Bruno Martino ist ein italienischer Pianist und Sänger, dessen Bossa Nova-Song „Estate“ zu einem der bekanntesten Stücke des Genres gehört. Das balladeske Tempo und die lang klingenden Akkorde bieten sich hervorragend dafür an, um einen Einstieg in den Bereich Solo-Gitarre zu erhalten.  

Dieses Arrangement ist zunächst rubato konzipiert, also ohne durchgängigen rhythmischen Puls. Auf diese Weise kann der Fokus auf die Technik der rechten Hand und das Erlernen der zunehmend komplexeren Akkorde gelegt werden. 

Das Arrangement für Solo-Gitarre

Diese Version von Estate steht in der Tonart E-Moll. 

Nach dem Beginn auf der Tonika und einer einfachen IVm7-V7 Kadenz (Am7-B7) täuscht Martino in Takt 7/8 über die Kadenz Am7-D13 eine Ausweichung zum Tonika-Gegenklang (G-Dur) an.

In Takt 9 wird man allerdings überraschend von einem D-Moll Akkord begrüßt. Dieser wiederum ist Teil der II-V-I Kadenz zur Tonika-Parallele (Dm-G7-CMaj7). 

Soweit bedient sich Martino traditioneller Kompositionskniffe und erreicht durch geschickt eingesetzte Kadenzen (IV-V bzw. II-V) und Zwischen-Dominanten (G7) einen guten harmonischen Fluss.

An dieser Stelle (Takt 12) erreicht der erste Teil seinen dramatischen und melodischen Höhepunkt und Martino greift etwas tiefer in die Trickkiste. Der Wechsel von Dur nach Moll (C-Maj7 zu C-Moll9) ist auf den ersten Blick eine überraschende Veränderung der Akkordqualität. Angesichts der zuvor angedeuteten Ausweichung nach G-Dur lässt sich der C-Moll Akkord jedoch als Moll-Subdominante der Tonart G-Dur deuten. Der Höreindruck bestätigt diesen Gedanken.

Martino bedient sich also exakt zum Höhepunkt des Stückes eines schönen harmonischen Konzepts, um die Melodie zu unterstützen. Auch seine Rückführung zur Tonika über den Dominantseptakkord mit innerer Stimmführung (Optionston 13 zu b13 oder G# nach G) zeugt von seinem feinen Gespür für kompositorische Details.

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