Im Sinne der klassischen Musiktheorie bedeutet die Synkope eine Verschiebung des rhythmischen Schwerpunkts von einer schweren auf eine leichte Zählzeit und der dadurch entstehenden Spannung.  

Jede Taktart ist durch unterschiedlichen Gewichtungen der Zählzeiten strukturiert. So werden im 4/4-Takt die Schläge 1 und 3 als schwer bezeichnet, während 2 und 4 leichte Zählzeiten sind. Eine Betonung dieser Zählzeiten ist also bereits eine Verschiebung des Schwerpunkts, eine Synkope.

Betonung auf den leichten Zählzeiten

Ein klassisches Beispiel einer solchen rhythmischen Verschiebung ist die Melodie des Chorals „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Praetorius. Die Synkope beginnt im ersten Takt auf der vierten Zählzeit und löst sich zum letzten Takt auf den rhythmischen Schwerpunkt auf.

Das Konzept der rhythmischen Akzentverschiebung spielt in afroamerikanischen Musikstilen eine wichtige Rolle. Im Folgenden findest du einige leichte Übungen, um dich auf die Anwendung solcher Rhythmen in Begleitmustern und Solo-Gitarren-Arrangements vorzubereiten. 

Viertelnoten

Beginne mit diesen Übungen in Viertelnoten. Klatsche oder Klopfe zunächst jeden der in der oberen Stimme notierten Rhythmen, bevor du mit dem Fuß die halben Noten dazu markierst. Letztlich kannst du an der Gitarre denselben Weg beschreiten. Hierbei spielst du die Oberstimme mit den Fingern, während  der Daumen die Bassnoten übernimmt.     

Achtelnoten

Nun folgen dieselben Rhythmen in Achtelnoten. Der Grundpuls (gespielt von Fuß / Daumen) ändert sich zu Viertelnoten und die Zählweise der Achtelnoten ist zu beachten. Die Rhythmen sind identisch zu Beispiel 1.

SechzehntelNoten

Hier finden sich wiederum dieselben Rhythmen, nun in Sechzehntelnoten dargestellt. In dieser Art und Weise sind viele Bossa Nova, Samba oder Choro-Songs notiert. Die Differenzierung zu den vorherigen Beispielen besteht darin, dass der Grundpuls (gerne auch mit dem Fuß markiert) weiterhin in Viertelnoten gefühlt wird.   

Wenn du dich mit diesen Übungen in verschiedenen Tempi sicher fühlst, kannst du dich in Kapitel II: Off-Beat-Phrasierung mit fortgeschrittenen Übungen und Beispielen zu diesem Thema auseinandersetzen. 

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